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Die girocard im Alltag

Wie das deutsche Zahlungssystem
neue Rollen übernimmt

4 Min.
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Morgens an der SB-Kasse im Supermarkt, mittags am Verkaufsautomaten, abends im Restaurant: Wer in Deutschland bargeldlos zahlt, nutzt dafür meist die girocard. Rund 100 Millionen Karten sind im Umlauf – sie ist das mit Abstand meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel hierzulande. Die aktuellen Neuerungen zeigen: Die girocard rückt näher an typische Alltagssituationen heran. Damit wird sie perspektivisch häufiger dort zum Einsatz kommen, wo bislang andere Anbieter vorherrschend waren.

3 Szenarien ...

Mietwagen und Hotel –
die girocard als Reservierungskarte

Bislang galt: Wer ein Hotelzimmer reservieren oder einen Mietwagen buchen will, nutzt dafür häufig eine Kreditkarte. Künftig soll hier auch die girocard eine Rolle spielen.
Viele kartenausgebende Institute, insbesondere Sparkassen und Volksbanken, haben die technischen Voraussetzungen dafür bereits geschaffen. Gespräche mit Händler- und Akzeptanzpartnern laufen. Für die Unternehmen ist das mehr als eine Zusatzoption: Die Nutzung der girocard ist in der Regel günstiger als Kreditkartenlösungen. Für Verbraucher:innen bedeutet es: Sie können vertraute Buchungsprozesse künftig mit einem ihnen ebenso vertrauten Zahlungsmittel abwickeln.

Alterskontrolle –
sicher zahlen an Automat und SB-Kasse

Eine weitere Neuerung zeigt sich dort, wo Jugendschutz und Bezahlung zusammenkommen: Seit Mitte 2023 gibt es an Zigarettenautomaten die Online-Altersverifikation mit girocard. Wer dort mit der (digitalen) girocard zahlt, wird automatisch auf seine Berechtigung zum Kauf geprüft. Dabei ist es möglich, das Alter von 16 Jahren oder auch die Volljährigkeit zu ermitteln.

Dieses Prinzip wird nun weitergedacht. Beim Kauf von Alkohol an SB-Kassen im Supermarkt oder an Verkaufsautomaten könnte die girocard künftig ebenfalls die Alterskontrolle übernehmen. Bislang ist hier oft noch der Einsatz des Ladenpersonals erforderlich. Für Händler ist das besonders attraktiv: Prozesse werden schlanker, zusätzliche Prüfmechanismen entfallen, und gesetzliche Anforderungen lassen sich effizient erfüllen. Für Kund:innen bleibt der Ablauf komfortabel: Sie zahlen wie gewohnt und merken im Idealfall nur, dass es funktioniert.

Händler-App –
die girocard dort, wo der Alltag digital ist

Der Alltag ist heute oft „App first“: Punkte sammeln, Angebote checken, den Einkauf planen – vieles läuft über Händler-Apps. Künftig soll dort noch etwas dazukommen: die girocard als Bezahlalternative. 
Voraussichtlich ab dem Frühjahr können Kund:innen ihre girocard in Händler-Apps hinterlegen und direkt über diese bezahlen. Besonders interessant ist das sogenannte Händler-Whitelisting: Kund:innen können Händler, bei denen sie regelmäßig einkaufen, als „vertrauenswürdig“ markieren. Dadurch müssen sie folgende Transaktionen nicht einzeln erneut authentifizieren. Die girocard bleibt sicher, wird im digitalen Alltag aber deutlich bequemer.

Auch Bezahlmöglichkeiten wie Payback Pay, die bislang oft auf dem Lastschriftverfahren und Kreditkarte basieren, wollen die girocard künftig integrieren. Übrigens: Inzwischen ist es auch möglich, bei Bezahlung mit girocard gleichzeitig Punkte zu sammeln. Wer über eine girocard der Sparkassen verfügt, kann diese direkt mit Payback verknüpfen und muss beim Bezahlen nicht mehr separat die Payback-Karte vorzeigen.

Was sich nicht ändert:
Kosteneffizienz und die physische Karte

Bei aller Weiterentwicklung bleibt eines konstant:

Die girocard soll nicht teurer werden. Die deutsche Kreditwirtschaft verfolgt das Ziel, die bewährte Kosteneffizienz auch mit den neuen Funktionen zu erhalten. Damit bleiben Händler und Institute in einem wirtschaftlich attraktiven System, das seine Leistungsfähigkeit ausbaut, ohne die Gebührenstruktur aus den Augen zu verlieren.

Damit bleibt sie das, was sie seit Jahren ist: ein sicheres, weit verbreitetes und vertrautes Zahlungsmittel in Deutschland. Aber sie bekommt neue Bühnen – beim Hotel-Check-in, in der Mietwagenstation, an der SB-Kasse, im Automaten und in der Händler-App.

Für die Mitgliedsinstitute der Initiative Deutsche Zahlungssysteme bedeutet das: Ein bewährtes „Arbeitspferd“ im Zahlungsverkehr wird vielseitiger. Die girocard ist nicht nur Infrastruktur, sie wird mehr und mehr zum flexiblen Werkzeug für moderne, souveräne Zahlungslösungen „made in Germany“ – genau dort, wo der Alltag der Kund:innen stattfindet. //